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Traurige Mail von einem Tierfreund



Lieber .........


Ich schreibe dir diese Mail und bitte dich herzlich, meine Kontaktdaten nicht weiterzugeben.
Ich liebe die Tiere.

Besonders ins Herz geschlossen hatte ich meinen kleinen Hund SAM.

Ich hatte ihn auf der Strasse gefunden in Griechenland im Urlaub. Es piepste erbärmlich aus einer Mülltonne.... der Kleine war der einzige Überlebende, seine 4 Geschwister – alle waren in einem blauen Plastiksack einfach „entsorgt worden“

Mitten in einem, ach so tollen Urlaubsgebiet der ach so tollen Griechen.

Ich habe ihn heimlich mitgenommen. Stress pur.

Nach Griechenland bin ich nie wieder geflogen...

Der kleine „SAM“ entwickelte sich zu einem tollen Hund.

Einem supertollem Kameraden.

Zu meinem besten Freund.

Er konnte meine Gedanken lesen – und ich die seinen. Seelenverwandtschaft, wenn Du so willst.

Wir hatten vier glückliche Jahre miteinander.

Bis zu einem verhängnisvollen Tag – wir waren gerade Gassi als ein Autofahrer  an einem Zebrastreifen mich angrinsend und extra gasgebend auf meine SAM zufuhr, der keine zwei Meter vor mir an der Leine lief.

Es war der rechte Vorderreifen, der ihn erwischte – genau in der Mitte seines Körpers.

Ich stürzte zu ihm, nahm seinen Kopf in meine Hände, sagte ihm, dass er nicht gehen darf . das ich ihn liebte.

Seine brechende Augen sahen mich so schmerzvoll fragend an.

Er starb an diesem Tag. Von einem Menschen mit Vorsatz überfahren.

Er starb in meinen Händen.

Nie werde ich das vergessen können, was ich da fühlte. Kein Mensch dieser Welt hätte mir jemals mehr bedeuten können.

Und dann steigt dieser Fahrer endlich aus seinem Auto aus und grinst immer noch.

Ist was passiert, fragt er – noch immer dieses schleimige Grinsen im Gesicht.

Warum, frage ich. Warum hast Du das gemacht.....

Da sagt er: Was regst Du Dich so auf – ist doch nur ein Köter.

Ich kann sehe auf den Kopf von Sam, kann seine gebrochenen Augen kaum noch sehen, weil Tränen die meinen füllen.

Und dann passiert es einfach.

Eine unglaubliche Wut erfüllt mich.

Ich bin gewiss nicht stark, kein Muskelmann. Aber in dieser Situation werde ich zum Hulk.

Ich stehe auf, habe noch den Griff seiner 8 Meter Flexileine in der Hand.

Und ich schlage zu.

Mitten hinein in dieses Grinsen.

Mitten hinein in einen Menschen.

Schlage zu mit ungeahnter Kraft – so voller Trauer, Verzweiflung. Voller Wut.

Der Mörder von Sam hat keine Chance. Obwohl er halb so alt ist wie ich und bestimmt viel stärker.

Bereits der erste Schlag hat seine Nase zertrümmert, mit dem zweiten hat er das rechte Auge verloren.

Ich schlage weiter auf den Mörder meines kleinen Freundes ein, bis er sich nicht mehr rührt und mich beherzte Passanten zurückhalten.

Ich habe ihn „zu Brei“ geschlagen – im wahrsten Sinne des Wortes. Doppelter Schädelbasisbruch. Hirnschäden – jetzt kackt er – Entschuldigung – wie ein Baby in die Hose und ist in einem Pflegeheim.

Ich weiß ja, das das, was ich tat, nicht richtig war.

Ich hätte mich beherrschen müssen. Schließlich ist ein Hund doch nur eine Sache. Und der arme Autofahrer hat ja somit wohl nur eine Sachbeschädigung begangen.

Ich war dafür im Gefängnis.
Habe verloren, was noch zu verlieren war.

Stehe ganz weit unten auf der sozialen Leiter unserer Gesellschaft.

Aber jedes Mal, wenn ich schlafen gehe und meine Augen schließe, sehe ich die Augen von Sam im Moment seines Todes.

Und dann bin ich sehr traurig, weil er nicht mehr bei mir ist.

Aber ich weiß auch eines:

Dieses Stück Dreck von Mensch, dass jetzt sich-in-die hose-scheissend im Pflegeheim sitzt wird nie  - niemals wieder ein Tier töten!

Das rechtfertigt meine persönlichen Moralansprüche.

Und eines Tages werde ich ihn besuchen, ihn schweinisch angrinsen und ihn fragen, ob er nicht Lust hat mal wieder einen Hund zu überfahren.

Vielleicht ist das, was ich dann tue, moralisch verwerflich.

Möglicherweise auch rechtlich so eine Sache.

Letzteres aber ist mir völlig egal. Denn ein solches Rechtssystem kann ich nicht anerkennen.

Bitte seid nicht böse, wenn ich Euch gelangweilt habe Ich wollte nur einmal zeigen, dass es noch Menschen gibt, die Tiere lieben. Die erkannt haben, dass das Wunder des Lebens sich nicht allein auf den Menschen bezieht, dass es Menschen gibt – die auch – vermeintlich – Falsches tun, für diese ihre Überzeugung

Ich bereue nichts.

Nicht eine Sekunde. Niemals.

Ich würde es immer wieder tun

Nur bringt es mir meinen kleinen Sam nicht wieder.

Er fehlt mir noch immer, auch jetzt noch – sechs Jahre nach seinem sinnlosen Tod.

So, dass es richtig weh tut.

P.
 










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